Ein paar Tipps, um nicht einsam an der Spitze zu bleiben

Tobias wollte immer mit gestalten können, seinen Fingerabdruck hinterlassen dürfen. Er strebte nach Spitzenleistungen und verlangte viel von sich – aus Freude an der Sache und weil es ihm lag. Er war motivier(t)end, kreativ und hatte immer Ideen. Mit der Zeit bekam er verantwortungsvollere Aufgaben und es ging im gut damit.

Tobias bemerkte allerdings auch, dass er mit der Zeit zurückhaltender gegenüber seinen Kollegen hinsichtlich seinen eigenen inneren Fragen, Zweifeln und Sorgen war. Automatisch wollte er für sein Team eine starke Persönlichkeit, wollte den anderen eine Unterstützung sein und hatte die Vorstellung, dass dafür seine eigenen inneren Verwerfungen besser nicht zu Tage kommen.

Trotzdem waren sie natürlich da. Lange konnte er sich mit seinen engen Freunden und seiner Liebe darüber austauschen, doch irgendwann kamen zu Recht vermehrt Äußerungen wie „Tobias heute Abend ist Berufsverbot“, oder „Nicht immer übers Berufliches quatschen, Tobias“ und „Wenn wir am Abend zusammen sind, will ich nicht auch noch über meinen Job sprechen. Lass uns lieber Spaß haben!“

Er wollte Vorbild sein, alles perfekt machen, freundlich und präsent sein. Wollte klar sein und wissen was zu tun und wie zu entscheiden ist. Schwäche zu zeigen passte nicht. Die Scham über Fehler oder eigene Unsicherheiten zu sprechen ist in Führungskreisen extrem groß – aus gutem Grund.

Leider ist es extrem schwierig bis unmöglich aus dem Karussell auszusteigen, wenn das Leben aus dem Ruder läuft. Den Antreiber, der ja dazu beigetragen hat, dass derjenige so weit gekommen ist, den wird man auch nicht über Nacht los. So taumeln viele Führungskräfte zwischen Erschöpfung, Einsamkeit und verstärktem Antrieb und hoher Selbstdisziplin hin und her.

Tobias sprach auf einem privaten Geburtstag mit mir über das, was ihn derzeit bewegte. Ich berichtete ihm, dass zum Beispiel Siemens seine Führungselite aktiv motiviert externe Angebote wahrzunehmen, da im Haus erkannt wurde wie sinnstiftend und bereichernd der ehrliche ungezwungene Austausch mit Gleichgesinnten ist.

Ich gab Tobias zwei Adressen solcher Communities. Tobias nahm es damals tatsächlich in Angriff und schrieb mir eine Weile später über seine Erfahrungen. Er meinte, dass er zunächst gar nicht so große Erwartungen hatte, denn seine aktuellen beruflichen Themen hatte er ja schon zig Mal durchdacht und er sah keine wirklichen Alternativen. Tobias schrieb mir auch, dass es dann ganz anders lief. Zunächst berichtete er über die positive Wirkung die es hatte mit gleichgesinnten Experten sich auszutauschen und auch zu hören, dass es anderen ähnlich erging. Doch den größten Impact fand er in der Erkenntnis das seine Probleme, seine Zielerwartungen und möglichen Maßnahmen viel zu schwammig waren, als das er sie hätte lösen können.

Durch geschicktes Nachfragen der Anwesenden und auf den Punkt bringen, entstand plötzlich Klarheit und aus dem Chaos wurden kleine zu bewältigende Schritte definiert. Fasziniert hatte Ihn auch, dass es klare Formate gab, die nach vordefinierten Schritten ihn von der Problemstellung zur Lösung brachten.

Zum Schluss meine Tobias: „Tja, man muss nur wissen wie, dann lösen sich viele Probleme wie von selbst auf und es macht plötzlich wieder richtig Freude die gefundenen Aspekte umzusetzen“.

Um dauerhaft erfolgreich an der Spitze präsent sein zu können und gesundheitlich heil zu bleiben, sollten Menschen in Führungstätigkeiten folgende Punkte in ihrem Leben beherzigen.

  • Ansprechpartner und Verbündete außerhalb der Firma finden.
  • Für einen gesunden Familien- und Freundeskreis sorgen.
  • Ausreichend Erholungszeit und –orte einrichten.
  • Sich mit Menschen austauschen, die ebenfalls Führungskräfte sind.
  • Falls nötig frühzeitig professionelle Unterstützung hinzuziehen.
  • Die eigenen Emotionen managen lernen in einer Ausbildung zum Coach

Mit Punkt eins und vier können wir Ihnen gleich schon mal zur Seite stehen. Aus der Praxis gab es immer wieder den Wunsch von Führungskräften einen Ort zu finden, der ihnen einen geschützten Raum gibt. Mit der coaching kajüte bei den .andersBerater haben wir so einen Raum kreiert. Die coaching kajüte ist für Unternehmer und Führungskräfte aus dem Sozialunternehmertum geschaffen worden. Alle vier Wochen treffen sich Menschen aus leitenden Positionen mit Gleichgesinnten, um mit ihnen an konkreten beruflichen Herausforderung aus der täglichen Praxis (z.B. Teamkonflikte, Kundenakquise, Veränderungsvorhaben, Personalmanagement, Entscheidungsdilemma und vieles mehr…) zu arbeiten und Ideen und Lösungsvorschläge zu entwickeln.

Hier geht es zur Anmeldung: coaching kajüte

 

Autor
Dipl. Betriebswirt Sven Dönni, Businesscoach für strategische Positionierung, Unternehmensentwicklung, Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung